CDU Stadtverband Übach-Palenberg

Zwei ehemalige Fraktionsvorsitzende von SPD und CDU in dieser Sache einig!

Sachliche Argumente kennen keine Parteigrenzen

Zwei ehemalige Fraktionsvorsitzende von CDU und SPD äußern sich in Leserbriefen kritisch zur aktuellen Diskussion um die Kunstrasenplätze.

Trotz unterschiedlicher politischer Herkunft kommen beide zu einer ähnlichen Einschätzung: Angesichts der angespannten finanziellen Lage unserer Stadt braucht es eine sachliche Prioritätensetzung. Die nachfolgenden Leserbriefe dokumentieren ihre jeweiligen Positionen.

23.07.2026 Leserbrief Günter Weinen in der Aachener Zeitung

Die Stadt Übach-Palenberg vor einem Fiasko bewahren

Leserbrief
Günter Weinen aus Übach-Palenberg schreibt zum Thema Kunstrasenplätze im Stadtgebiet:

Der Leserbrief des Herrn Fröhlich zum Thema Kunstrasenplätze in der Ausgabe vom 18. Juli bedarf einer Anmerkung. Dass SPD und CDU es nicht schaffen, gemeinsam Politik zum Wohle unserer Stadt zu machen, ist in der Tat ein Trauerspiel. Dies aber jetzt allein der CDU zuzuschreiben, das ist wirklich kleinlich und boshaft.

Was nützt es den weniger als zehn Prozent unserer Bevölkerung, die als Mitglied oder Spieler in einem Fußballverein engagiert sind, wenn wegen drei Kunstrasenplätzen hinterher kein Geld mehr da ist, um die marode Straße vor der eigenen Haustür zu flicken? Was nützt es den Kindern, wenn sie für die wenigen heute noch Fußballspielenden später die Schulden für Maßnahmen, die über Kunstrasenplätze hinaus finanziert werden müssen, zu begleichen haben?

Aus Angst, drei Vereinen vor den Kopf zu stoßen, verstieg man sich auf drei Plätze. Dabei wäre es sinnvoller gewesen, sich zusätzlich zu dem am Buchsberg bereits vorhandenen auf einen weiteren zu konzentrieren. Bei intensiver Koordination durch die Stadtverwaltung wäre es sicherlich möglich gewesen, auf dann zwei Plätzen allen Vereinen und auch noch den Schulen Sport- und Training zu ermöglichen.

Die SPD hat, getrieben von einer Bürgermeisterin, die stark in sozialen Medien auftritt aber sonst noch nichts Zählbares vorweisen kann, das Maximum gefordert und noch nicht einmal das Minimum erreicht. Wenn gleich drei Kunstrasenplätze zu bauen ein vernünftiger Vorschlag gewesen sein soll, verrät das viel darüber, was wir in Zukunft von dieser SPD zu erwarten haben und in welche finanzielle Schieflage die Stadt in absehbarer Zeit kommen wird. Unsere Stadt vor einem derartigen Fiasko zu bewahren, ist verantwortungsvoll und keineswegs boshaft. Dass sich die CDU bei dieser Entscheidung mit der AfD abgestimmt hat, glaube ich nicht. Wenn jedoch beide unabhängig voneinander zum gleichen Ergebnis gekommen sind, so ist das Demokratie - und die ist manchmal schwierig. Letztlich gibt es in Sach- und Geldfragen keine Brandmauer.

15.08.2026 Leserbrief Heiner Weisborn in der Aachener Zeitung

Diskussion um Kunstrasenplätze wird undifferenziert geführt
 

Leserbrief
Heiner Weißborn aus Übach-Palenberg schreibt zum Thema Kunstrasenplätze:

Ich habe den Eindruck, dass die Diskussion um drei Kunstrasenplätze völlig undifferenziert geführt wird. Warum wird stur über ein Gesamtpaket verhandelt, anstatt das Vorhaben zunächst auf einen Platz zu reduzieren? Zugegeben: Die Vereine müssten sich über die Nutzung einig werden, und den daraus resultierenden Unmut derjenigen, die leer ausgehen, müsste man in Rat und Verwaltung aushalten. Es geht hier jedoch um erhebliche finanzielle Mittel, die aufgebracht werden müssen – Geld, das auch an vielen anderen Ecken unserer Stadt benötigt wird.

Sollte der Fokus nicht darauf liegen, die bereits vorhandenen Sportstätten zu unterhalten und deren Substanz zu sichern? Eine ökologische Diskussion möchte ich an dieser Stelle erst gar nicht aufmachen. Die Argumentation des Kämmerers erscheint mir zudem verharmlosend: Er rechnet gemäß der Doppik dem Ergebnishaushalt zwar Abschreibungen von 150.000 Euro pro Jahr zu, die kalkulatorischen Zinsen und der tatsächliche Zinsaufwand bleiben jedoch unerwähnt.

Mir ist bewusst, dass Befürworter an dieser Stelle geringere laufende Unterhaltungskosten ins Feld führen werden. Um fair zu bleiben, müsste man dann allerdings auch über die kommunalen Hebesätze und die damit verbundene Belastung der Bürger sprechen.

Bei mir verfestigt sich der Eindruck, dass in Übach-Palenberg nach dem Motto gehandelt wird: „Wir sind sowieso bald pleite, also hauen wir das Geld noch rechtzeitig auf den Kopf.“ Man darf nicht vergessen, dass Kommunen sich nicht ausschließlich aus Fördertöpfen oder Kreditermächtigungen finanzieren. Ein erheblicher Teil der Einnahmen stammt aus der Einkommensteuer sowie den Gewerbe- und Grundsteuern der Bürger und Betriebe vor Ort. Mit genau diesem Steuergeld sollte verantwortungsvoll umgegangen werden.