Leserbrief in voller länge
Wir alle kennen die Leserbriefe in den Zeitungen, die auch zur Meinungsbildung beitragen. Unser CDU-Mitglied Günter Weinen hat auf einen Leserbrief direkt geantwortet, der jedoch aus "Platzgründen" nicht vollständig abgedruckt wurde und somit nicht die Meinung des Verfassers wiedergibt.
Günter Weinen 52531 Übach-Palenberg, 01. 08. 2023
Antwort auf den Leserbrief von Dr. Peter Josef Reuters vom 28.07.23
Wenn man selbst im Einfamilienhaus mit großem Garten wohnt, hat man leicht reden und kann den Verzicht auf neue Baugebiete wie eine Monstranz vor sich hertragen. Dass dies aber für Bauwillige ein Bauverbot bedeutet, ist nichts anderes als grüne Verbotskultur und was das bewirkt, haben wir kürzlich beim zum Glück verhinderten Heizungsgesetz gesehen. Nun bin ich einmal gespannt, wie Dr. Reuters mit dem in Planung befindlichen Neubaugebiet Beyelsfeld 2 hinter seinem Grundstück umzugehen gedenkt.
Zugegeben, manche Entwicklungen in Neubaugebieten sind nicht optimal. Aber gegen Schottergärten will die Stadtverwaltung vorgehen, so hat sie es zumindest den Ratsvertretern in einer der letzten Sitzungen erläutert. Mit Ratsbeschluss vom 08.02.23 wurde u. a. der Entwurf einer Satzung zur Einführung einer Pflicht zur Errichtung von Photovoltaikanlagen bei Neubauten beschlossen. Gleichwohl sehe ich bereits jetzt in vielen Neubaugebieten zahlreiche Solaranlagen auf den Dächern. Hinzu kommt, dass der Photovoltaikboom, der 2023 eingesetzt hat, einiges kompensiert und auch nicht vor jüngst entstandenen Baugebieten Halt machen wird.
Ich sehe durchaus Bäume in neugeschaffenen öffentlichen Räumen. Diese müssen allerdings erst wachsen und dürfen nicht dazu führen, Veranstaltungen wie z. B. Nikolausmarkt, Maiblütenfest oder Musikveranstaltungen dort auszubremsen. Nur ein vernünftiges Miteinander von Begrünung und Gemeinschaftsveranstaltungen macht eine lebenswerte Stadt aus.
Schon in seinem Leserbrief vom 01.12.2010 lag Dr. Reuters mächtig schief. Damals wollte er die Verantwortlichen der Stadt damit diskreditieren, dass seinerzeit gerade mal 40 Arbeitsplätze bei der neu entstandenen Schokoladenfabrik entstanden waren und man die Fläche besser anders genutzt hätte. Tatsächlich sind in der Schwarz Produktion im Geschäftsjahr 2021 – 2022 fast 1900 Mitarbeiter beschäftigt gewesen. Fakt ist außerdem, dass von 2010 – 2022 in Übach-Palenberg 3577 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen worden sind, wovon nur 557 mit Bürgern aus der Stadt besetzt wurden.
Wenn man diesen vielen Arbeitnehmern, die täglich pendeln müssen, CO2 produzieren und Lebenszeit dafür opfern, hier keine Wohnmöglichkeit anbieten möchte, dann ist das der blanke Zynismus. Im Übrigen ist hinlänglich bewiesen, dass höhere Einwohnerzahlen auch höhere Anteile an der Einkommenssteuer und weitere Zuweisungen bewirken.
Noch eines ist sachlich falsch, schürt Neidgedanken und beweist mangelnde Recherche: Unser Bürgermeister hat außer mehr Arbeit nichts von einer gestiegenen Einwohnerzahl. Sein Gehalt würde erst ab 30.000 Einwohnern steigen. Beim Stand von jetzt rund 24.300 sind wird davon, auch wenn noch 1 – 2 neue Wohngebiete hinzukommen würden, sehr, sehr weit entfernt.